Brain-Drain

31 Jul 15

Brain Drain! Der Mitarbeiter geht – sein Wissen bleibt!

Deutsche Arbeitnehmer sind wechselwillig wie nie zuvor. Laut einer aktuellen Umfrage der Personalberatung Michael Page planen rund 69 Prozent der Befragten, in den nächsten zwölf Monaten einen neuen Job anzunehmen. Grund für die hohe Fluktuation ist die gute Ausgangslage auf dem Arbeitsmarkt: Fachkräfte sind so gefragt wie selten zuvor. Damit haben sie eine gute Verhandlungsbasis. So versprechen sie sich von einem Jobwechsel vor allem neue Herausforderungen, bessere Entwicklungsmöglichkeiten und ein höheres Gehalt. Für die Unternehmen entsteht durch die große Wechselwilligkeit ein doppeltes Problem: Zum einen müssen sie sich auf dem hart umkämpften Bewerbermarkt behaupten und neue Fachkräfte rekrutieren. Zum anderen sind sie gefordert, das wertvolle Wissen der ausscheidenden Mitarbeiter zu sichern.

Wissensmanagement als Erfolgsfaktor

Organisationales Wissensmanagement kann helfen, diesem Dilemma zu entgehen und geeignete Strategien zu entwerfen, um das Know-how der Wissensträger langfristig im Unternehmen zu halten. Das Ziel besteht darin, das Humankapital nachhaltig in der Organisation zu sichern. Die Voraussetzung dafür liegt in einer Unternehmenskultur, die das Teilen von Wissen aktiv fördert. Denn Wissen ist bekanntlich die einzige Ressource, die sich vermehrt, wenn man sie teilt. Nur wenn diese Devise von den Führungskräften vorgelebt wird und sie sich in der DNA des Unternehmens verankert, lassen sich Wissensmanagement-Werkzeuge – zum Beispiel zur Wissensbewahrung – erfolgreich einführen. Gerade Tools aus dem Baukasten des Web 2.0 haben in Bezug auf das Teilen von Wissen großes Potenzial. Dazu gehören Blogs ebenso wie Firmen-Wikis und interaktive Intranet-Lösungen. Doch sie funktionieren nur, wenn die Mitarbeiter hier bereitwillig ihr Wissen preisgeben – ohne dass die Angst mitschwingt, sich dadurch überflüssig zu machen oder bei Fehlern bloß gestellt zu werden.

Unternehmen müssen wissensfreundliche Kultur fördern

Die Unternehmenskultur ist also der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem organisationalen Wissensmanagement – und ein entscheidender Baustein, um Wissen zu teilen, zu dokumentieren und langfristig zu bewahren. Wichtig sind darüber hinaus transparente Prozesse, die sich reibungslos in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter integrieren lassen. Sie sollen Verfahren zur Wissenssicherung nicht als Mehraufwand empfinden, sondern als Mehrwert wahrnehmen. Das gelingt beispielsweise mit visuellen Methoden, wie dem Business Information Mapping. Dieses Vorgehensmodell fußt auf der Idee des Mindmappings und erlaubt eine intuitive und strukturierte Darstellung von unternehmensrelevanten Informationen sowie von Beziehungs- und Erfahrungswissen. So dient es nicht nur der Wissensbewahrung allein. Auch bei ihrer täglichen Arbeit können es die Mitarbeiter einsetzen – wenn sie zum Beispiel nach dem richtigen Ansprechpartner oder einem Experten suchen.

Nachhaltiges Wissensmanagement im Unternehmen: Strategien gegen den Brain Drain

Wenn eine gewisse Transparenz der Prozesse hergestellt und es der Geschäftsleitung gelungen ist, einige Entscheider von den Vorteilen des Teilens von Know-how zu überzeugen: Welche konkreten Strategien können Sie als als Führungskraft dann ergreifen, damit nicht ein von einem Konkurrenten abgeworbener Mitarbeiter die ganze Abteilung ins Wanken bringt?

  • Schaffen Sie, ggf. auch mit Hilfe der Implementierung eines professionellen DMS, eine zentral Ordner- und Ablagestruktur, die es allen Mitarbeitern erlaubt, jederzeit ohne Suchaufwand auf alle Dokumente zuzugreifen, die sie brauchen könnten.
  • Organisieren Sie zusammen mit der IT den Aufbau eines firmen- oder abteilungseigenen Wikis, um für komplexe, detailreiche Prozesse eine personenunabhängige Dokumentationsbasis zu schaffen. Setzen Sie geeignete Anreize, damit die Mitarbeiter sich für den Aufbau des Wikis engagieren.
  • Was mit einer Wissensdatenbank in der Regel nicht dokumentierbar ist, sind die kleinen Tricks im Arbeitsalltag, die über die Jahre im unmittelbaren Umgang mit der Materie erworben wurden. Dieses Wissen lässt sich in den meisten Fällen nur im persönlichen Gespräch zwischen der erfahrenen Fachkraft und dem Nachfolger weitergeben. Bekannt ist beispielsweise die Wissensstafette, wie sie bei Volkswagen oder der EnBW AG zum Einsatz kommt. Sorgen Sie also dafür, dass die Wissensträger häufig mit anderen über die Feinheiten ihrer Arbeit sprechen!
  • Wie immer ist auch beim Thema Wissensmanagement Vorbeugen besser als Heilen: Minimieren Sie das Risiko, dass mehrere hochqualifizierte Wissens- und Leistungsträger gleichzeitig ihren Hut nehmen, indem Sie eine Arbeitsumgebung schaffen, in der die Leistungsbereiten belohnt werden. Kreative Entfaltungsmöglichkeiten, sinnvolle Prozesse, die Möglichkeit, selbstverantwortlich zu arbeiten und ein faires Gehalt binden Wissen in Ihrem Unternehmen auf lange Sicht am besten.

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