Home-Office

4 Aug 15

Schadet Home Office der Motivation?

Das kann im schlimmsten Fall durchaus passieren. Denn die Arbeit zu Hause hat zwar überzeugende Vorteile, aber auch ihre Tücken.

Nicht immer eine ideale Lösung

Freie Zeiteinteilung, keine langen Arbeitswege ins Büro, endlich ungestört arbeiten können: Glücklich ist, wer im Home Office seinen Traum von Unabhängigkeit erfüllen kann. Doch eine Befragung, die der Bürodienstleister Regus unter mehr als 24.000 Berufstätigen aus 90 Ländern durchführte, kam zu dem Ergebnis, dass nicht jeder Arbeitnehmer am häuslichen Arbeitsplatz effiziente Leistung bringt. Häufige Ablenkung durch die Familie, Konzentrationsschwäche, eine unbefriedigende technische Ausstattung, kein zentraler Dokumentenzugriff, der fehlende Kontakt zu den Kollegen und das Gefühl, vom Geschehen im Unternehmen isoliert zu sein und vom Chef bei der Verteilung interessanter Aufgaben vergessen zu werden – das sind ernst zu nehmende Motivations-Killer.

Kontrollverlust befürchtet

Während die Niederlande in diesem Jahr das Recht auf Heimarbeit einführen, um vor allem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen, sind wir in Deutschland von solch einer Regelung noch weit entfernt. Obwohl schon heute fast jeder vierte Arbeitnehmer hin und wieder die Möglichkeit nutzt, von zu Hauses aus zu arbeiten. Jeder Achte erledigt seinen Job sogar regelmäßig im Home Office, wie der Branchenverband Bitkom meldet.

Die Bereitschaft, den Mitarbeitern flexible Arbeitsmöglichkeiten zuzugestehen, ist in der deutschen Wirtschaft unterschiedlich ausgeprägt. In der IT-Branche fast schon eine Selbstverständlichkeit, zögern andere Unternehmen, die Heimarbeit als alternatives Arbeitsmodell einzuführen. Dies liegt unter anderem am traditionellen Kontrolldenken hierzulande: Nur wer physisch anwesend ist, kann in seiner Arbeitsleistung überprüft werden. Bei einer Tätigkeit im Home Office gestaltet sich die Kontrolle dagegen schwierig. Es herrscht noch viel Misstrauen auf den Chefetagen. Dabei gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, dass ein freieres Arbeiten wesentlich mehr produktive Energie generiert als vom Vorgesetzten erteilte und kontrollierte Aufgaben.

Alles bereit für gute Zusammenarbeit

Im Übrigen spielen Entfernungen für ein gut funktionierendes Teamwork keine Rolle mehr. Dank moderner Technik ist eine Zusammenarbeit mit anderen im Unternehmen unabhängig von Standort und Zeit kein Problem. Dies setzt allerdings voraus, dass Ihnen die erforderlichen, cloudfähigen IT-Dienste zur Verfügung stehen: So können Sie sich Ihr Büro nach Hause holen und erhalten Zugriff auf benötigte geschäftliche Daten und Unterlagen. Ebenfalls brauchen Sie in Ihrem Home Office eine entsprechende Ausstattung mit leistungsstarken Geräten und natürlich eine schnelle Internetverbindung.

Motivations-Killer – Ja oder Nein?

Doch zurück zur eingangs gestellten Frage: Ist Home Office der Motivation eher zu- oder abträglich? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten – zu viele individuelle Komponenten spielen bei der realen Umsetzung von Home Office eine Rolle. Die technischen Voraussetzungen sind in den meisten Unternehmen gegeben, es kommt also vor allem auf die menschliche Umsetzung des Home-Office-Konzepts an.

Einst als Ideallösung beschrieben, um Beruf und Familie für junge Eltern unter einen Hut zu bringen, erweist sich Home Office in diesem Bereich als besonders problematisch. Ganz plakativ gesprochen: Ich kann nicht mein Kind erziehen und gleichzeitig Höchstleistungen im Beruf erbringen. Es wird immer zu viele Ablenkungen geben, um hier die Motivation dauerhaft hochhalten zu können. Speziell für Mütter stellt sich ein weiteres Problem: Laut einer Studie der American Sociological Association aus dem Jahr 2014 werden Frauen, die Home Office aufgrund ihrer Kinder beantragen, im Unternehmen weniger respektiert und gelten als weniger engagiert. Die tatsächliche Leistung spielt für diese Einschätzung keine Rolle – eine grundsätzlich negative Haltung der Vorgesetzten der eigenen Arbeit gegenüber ist für die Motivation nicht förderlich.

Für alle Mitarbeiter im Home Office gilt: Die freiere Zeiteinteilung kann sich negativ auswirken. Gerade weil der Zeitdruck fehlt, fangen viele an, zu trödeln oder Wichtiges auf später zu verschieben. Oftmals fehlt die Routine des Büroalltags, der man mit dem Home Office doch gerade entgehen wollte – das Ergebnis ist weniger Motivation und folglich weniger Produktivität.

Doch ist Home Office nicht grundsätzlich als schädlich für die Motivation zu beurteilen. Vielmehr kommt es darauf an, welche Aufgaben hier erledigt werden sollen. Projektideen und -präsentationen oder das Verfassen eines aufwendigen Berichtes lassen sich in der relativen Abgeschiedenheit des Home Office oftmals besser durchführen als im teils hektischen Büro. Hier führen die besseren Arbeitsbedingungen zu höherer Motivation.

Die Frage, ob Home Office der Motivation schadet, lässt sich also mit einem nicht ganz eindeutigen „kann, muss aber nicht“ beantworten.

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