Dokumente archivieren

19 Okt 16

So ein Tag … Wie Dokumente helfen, uns zu erinnern

Dokumente sind nicht nur wichtig für die Kommunikation, sondern helfen uns auch, uns an bestimmte Begebenheiten in unserem Leben zu erinnern. Fußballfan Manuel Andrack hat sich daher für uns auf seinen Dachboden begeben und dort ganz besondere Dokumente gefunden, mit denen er spezielle Erinnerungen verbindet.

Ich würde mich nicht als Sammler bezeichnen. Aber Dinge, die mir wichtig sind, die hebe ich auf, ich bin sozusagen Archivar meiner eigenen Geschichte. Sie helfen mir bei der Erinnerung und sind für mich ein Andenken wie ein Fotoalbum.

Archivar der eigenen Geschichte

Zuletzt habe ich alle Fußballeintrittskarten zusammengesucht, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe. Die wichtigste habe ich nicht gefunden: Finale der WM 1990 in Rom. Sehr, sehr schade. Aber ich habe die Eintrittskarte eines vergleichbar interessanten Spiels aufgespürt. 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund, ein Bundesligaspiel vom 11. Oktober 1986. Bemerkenswert ist der sehr faire Eintrittspreis: 5 DM für ein Fußballspiel, das waren noch Zeiten. Man muss allerdings dazusagen, dass man vom alten Unterrang Süd im Müngersdorfer Stadion eine schreckliche Sicht aufs Spielfeld hatte. Alle Tore auf der gegenüberliegenden Seite habe ich erst eine Stunde später in der Sportschau richtig sehen können. Gut dokumentiert ist: Die Computertechnik hatte sich vor 30 Jahren im Kölner Ticket-Business schon durchgesetzt. Mit grobem Neunnadeldrucker ist die mächtige „19" auf das Ticket aufgetackert worden. Und die Buchstaben der „Borussia" tanzen regelrecht. Wie das Spiel ausging, weiß ich nicht mehr.

Allerdings habe ich das Pokal-Halbfinale bei Leverkusen noch in sehr guter beziehungsweise schlechter Erinnerung. Denn mein Verein, der 1. FC Köln, hat verloren, zwar erst in der Verlängerung, hätte aber durch eine hundertprozentige Chance des FC-Stürmers Laslandes (Spitzname Laslandesliga) gewinnen können, ja müssen. Die Erinnerung an dieses Spiel aus dem Jahr 2002 ist noch frisch, der Aufdruck auf der Eintrittskarte leider nicht mehr.

Immer noch fast perfekt dagegen das Schriftbild auf der Eintrittskarte des Champions-League-Spiels Stuttgart gegen Chelsea. Das ist echt lange her. Mittlerweile sind die Stuttgarter zweitklassig. Dieses Spiel habe ich mit meinem ehemaligen Kollegen H. Schmidt aus N. am Neckar besucht. Ich erinnere mich noch, dass in der Loge nebenan die Frau von Roman Abramowitsch mit einem Pelzmantel aus der sechsstelligen Preis-Kategorie saß, begleitet von einem orthodoxen Popen mit beeindruckendem schwarzen Bart. Dessen Gebete haben anscheinend geholfen, das Spiel endete 1 : 0 für die Londoner.

Für die Galerie

Eine ganz besondere Eintrittskarte ist auf festem grünem Karton gedruckt, auch bei diesem Exemplar verblassen die Farben. Die bunten Ecstasy-Pillen im linken Bereich signalisieren: Es muss irgendetwas mit dem Sommermärchen 2006 zu tun haben. Im Spiel 61 der Weltmeisterschaft am 4. Juli 2006 in Dortmund spielten Italien und Deutschland einen Finalisten aus. Der Ausgang des Spiels ist bekannt, Schwamm drüber. Hätte damals schon Jonas Hector bei „uns" mitgespielt, wäre das nicht passiert. Egal. Beeindruckend der Eintrittspreis: 400 Taler für ein Fußballspiel, da hat sich J. Blatter schön die Taschen vollgemacht.

Und schließlich eine Eintrittskarte mit historischem Wert: Bayern München gegen den 1. FC Köln, gespielt wurde am Karnevalssamstag 2009. Zunächst einmal konstatiert man bewundernd: Donnerwetter, die haben mindestens 344 Blöcke in der Allianz-Arena. Und noch erstaunlicher ist: Die Kölner haben dieses Spiel (standesgemäß) gewonnen, auswärts bei Bayern München! Die Trainer waren ein gewisser Herr Klinsmann und ein gewisser Herr Daum. Es war ein herrlicher Nachmittag!

Ich habe noch Dutzende solcher Eintrittskarten, von Spielen in Trier, Glasgow, Jena, Skopje, Augsburg und Rom. Diese Tickets sind nicht nur kleine bedruckte Papierdokumente für mich, sondern rufen auch Bilder von Erlebnissen und Emotionen hervor. Diese bunten Eintrittskarten sind Zeugen meiner persönlichen Fan-Geschichte. Das sind wertvolle Dokumente, nicht materiell, aber ideell.

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