Es knirscht und knackt im Team. Der eine hält wichtige Informationen zurück, um seine Position zu festigen. Der andere blockiert jeden Fortschritt, weil er seine Routine beibehalten möchte. Der Dritte weigert sich, eine Neuerung anzuwenden, weil er nicht an deren Entwicklung beteiligt war. Und dann sind da noch die Kollegen, für die jedes noch so kleine Problem eine unüberwindbare Hürde darstellt.

Bremser und Blockierer gibt es in jedem Team. Die englische Sprache kennt dafür den besonders bildhaften Begriff des Showstoppers. Ursprünglich stammt das Wort aus der Musicalwelt des New Yorker Broadways. Wird dort ein Musicalsong oder –tanz vom Publikum so begeistert mit Applaus bedacht, dass die Aufführung unterbrochen werden muss, dann gilt diese Darbietung als Showstopper.

Was im Showbusiness ein gigantischer Erfolg ist, verkehrt sich in der Geschäftswelt ins Gegenteil. Ein Showstopper ist hier ein Kollege, der den Arbeitsfluss blockiert. Es ist einer, der Sand ins Getriebe streut und ganze Projekte ausbremsen kann. Auch die Informatik kennt den Showstopper, und auch hier bezeichnet er nichts Gutes. Ein Showstopper ist ein Bug, der so schwerwiegend ist, dass vor seiner Beseitigung das Weiterarbeiten nicht möglich ist.

Nichts geht mehr, weil der Kollege mal wieder bock

Das Gegenteil der Showstopper sind die Game Changer. Diese kreativen Köpfe hinterfragen die bestehenden (Spiel-) Regeln von Arbeitsprozessen, Produkten oder Märkten, um sie nötigenfalls zu verändern. Es sind Menschen, die sich nicht damit begnügen, einen Missstand zu beklagen, sondern die eine Lösung dafür suchen, auch gegen Widerstände. Weil die Game Changer mit ihren Ideen erprobte Prozesse in Frage stellen, ecken sie immer wieder mal an.

Dennoch oder gerade deshalb brauchen Unternehmen die Game Changer. Moderne Firmen bewegen sich in einer hochtechnisierten Arbeitswelt und sind einem permanenten Wandel ausgesetzt. Zahllose technische Errungenschaften unterstützen den Arbeitsfluss und machen Projekte möglich, an die früher gar nicht zu denken gewesen wäre. Der beste technische Standard nützt aber nichts, wenn die Mitarbeiter ihn blockieren.

Gutes Innovationsklima ist Chefsache

Doch wie schafft man es, dass Showstopper ihre Brems-Taktik aufgeben und lernen, Probleme als Herausforderungen zu sehen? Wie stärkt man Game Changer? Oberstes Gebot: Veränderungsfreude muss von der Chefetage gewünscht und vorgelebt werden. Wichtig ist darüber hinaus, den Mitarbeitern zu vertrauen, ihnen umfangreiche Verantwortung zu übertragen und Fehler zuzulassen. Das stärkt die Game Changer im Unternehmen und schafft ein Klima, in dem Innovationen möglich sind. Dauernde Kontrolle und eng gefasste Anweisungen wirken dagegen kontraproduktiv.

Um die Blockadehaltung der Showstopper aufzuweichen, bedarf es vor allem dreier Dinge: Kommunikation, Information und Wertschätzung. Showstopper blockieren, wenn ihnen Neues übergestülpt wird und sie sich an den Rand gedrängt fühlen. Deshalb lohnt es sich zu klären, was die Bremser ärgert, ängstigt oder hemmt. Manche Bedenken lassen sich in ausführlichen Gesprächen zerstreuen, andere durch detaillierte Information ausräumen. Showstoppern hilft es zudem zu hören, dass ihre Kooperation geschätzt und gebraucht wird. Kommunikation, Information und Wertschätzung können bei Mitarbeitern zu einer grundsätzlich anderen Haltung einem Projekt oder Problem gegenüber führen. Probieren Sie’s aus!